GIESSEN (pm). Das Studierendenwerk Gießen beteiligt sich im ersten Halbjahr 2026 an der bundesweiten Initiative „Rettet die Knolle!“. Gemeinsam mit 30 Studierendenwerken setzen die Einrichtungen ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für regionale Landwirtschaft. Die Kampagne läuft in den Mensen in Gießen, Friedberg und Fulda. Anlass ist eine besonders große Kartoffelernte im Jahr 2025, deren Mengen teilweise nicht vollständig vermarktet werden konnten.
Durch die überdurchschnittlich gute Ernte überstiegen Angebot und Lagerkapazitäten in vielen Regionen die Nachfrage. Überschüssige Kartoffeln wurden teilweise energetisch verwertet oder blieben unverkäuflich, obwohl sie grundsätzlich für den Verzehr geeignet waren. Die Initiative setzt hier an und rückt die Kartoffel als regional verfügbares Lebensmittel stärker in den Fokus. Ziel ist es, vorhandene Potenziale besser zu nutzen und Lebensmittelverluste zu reduzieren.
Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung hat die Schirmherrschaft übernommen. Es dürfe nicht sein, dass heimische Kartoffeln in Biogasanlagen landeten statt auf Tellern, erklärte er. Die Aktion mache den Wert regionaler Produkte deutlich und stärke die heimische Landwirtschaft.
Wie relevant die Kartoffel bereits heute in der Hochschulgastronomie ist, zeigen Zahlen des Studierendenwerks: Im Jahr 2025 wurden in den Mensen und warmverpflegten Cafeterien rund 121 Tonnen Kartoffeln und Kartoffelprodukte eingesetzt. Diese Menge entspricht nach Angaben des Studierendenwerks etwa 25 ausgewachsenen Elefanten.
Ab März wollen die Betriebsleitungen bestehende Kartoffelgerichte verstärkt anbieten und weitere Rezepte prüfen. Neben klassischen Ofen- und Pfannengerichten sollen auch vegetarische und vegane Varianten stärker berücksichtigt werden. Als regional verfügbares Grundnahrungsmittel mit vergleichsweise günstiger CO₂-Bilanz kann die Kartoffel nach Angaben des Studierendenwerks zu einer ressourcenschonenden Ernährung beitragen.
Die Speisepläne der Mensen sind online abrufbar. Dort finden sich auch weitere Informationen zur Initiative und zu den beteiligten Standorten in Gießen, Friedberg und Fulda.


