Die Stadt Gießen und die Radschmiede e. V. sorgen gemeinsam dafür, dass weniger Fahrräder auf dem Schrott landen. Das teilt die Stadt mit. Erstmals hat der Verein bei der Sortierung von kaputten und herrenlosen Rädern der Stadt mitgeholfen. Dabei rettete die Radschmiede in Gießen brauchbare Ersatzteile und wählte beschädigte Räder für die Reparatur aus. Das soll weitergehen.
Was mit herrenlosen Fahrrädern in Gießen passiert
Fahrräder, die offensichtlich niemand mehr nutzt, blockieren dringend benötigte Fahrradständer. Außerdem stören sie im öffentlichen Raum. Deshalb sammelt die Abteilung Prävention und Kommunikation (PrävKo) im Ordnungsamt sie regelmäßig im Stadtgebiet ein. Sechs Monate lang bewahrt die Stadt die Räder auf. Meldet sich in dieser Zeit niemand als Besitzer, werden sie sortiert.
Gut erhaltene oder leicht zu reparierende Räder versteigert die Stadt beim jährlichen FahrRad!-Tag für einen guten Zweck. Stark beschädigte Räder landeten bislang auf dem Schrott. Genau hier setzt die neue Hilfe an.
Radschmiede in Gießen baut Ersatzteile aus
Bei der Sortieraktion Mitte Oktober bauten die Mitglieder des Vereins um Markus Herzig geeignete Ersatzteile aus den aussortierten Rädern aus. Außerdem suchten sie mehrere Räder aus, die trotz größerer Schäden wieder fahren sollen. Der Verein repariert sie in seiner Fahrradselbsthilfewerkstatt. Instand gesetzte Räder gibt es dort gegen eine Spende. Mit dabei waren Lars Wiegandt und Christian Burton von der PrävKo sowie Dorina Mazetti vom Büro für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement.
„Wenn wir brauchbare Ersatzteile retten können, kommen sie wieder zum Einsatz“, sagt Markus Herzig. Das sei nachhaltig und helfe Menschen dabei, ihr Fahrrad weiter zu nutzen, ohne viel Geld für ein kleines Teil auszugeben. Bürgermeister Alexander Wright sieht in der Aktion ein Beispiel für gelungenes Zusammenspiel. Eine fahrradfreundliche Stadt lebe auch vom Engagement der Menschen vor Ort. Stadtrat Dominic Eser kündigt an, die Zusammenarbeit künftig fortzuführen.
Radschmiede Gießen: Hilfe bei der Reparatur
Die Radschmiede betreibt in Gießen eine Fahrradselbsthilfewerkstatt. Dort können alle Radfahrenden vorbeikommen und sich gegenseitig beim Schrauben helfen. Der Verein hilft kostenlos bei der Reparatur und stellt, wenn vorhanden, auch Ersatzteile zur Verfügung. Die Werkstatt öffnet mittwochs von 18.30 bis etwa 21 Uhr in der Alten Kupferschmiede, Tiefenweg 7.
Die PrävKo kümmert sich daneben um Verkehrserziehung an Schulen, bietet Fahrradcodierungen an und veranstaltet Pedelec-Sicherheitstrainings für Menschen über 60 Jahre. Andere gemeinnützige Projekte, die Schrotträder weiterverwerten wollen, melden sich bei Dorina Mazetti unter mobilitaet@giessen.de. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Stadt. Mehr Nachrichten aus der Stadt lesen Sie in unserer Rubrik Stadt.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Gießen

