Gießen erinnert an die Novemberpogrome von 1938. Dazu haben der Gießener Runde Tisch gegen Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens und der Magistrat ein Heft mit Terminen erarbeitet. Das teilt die Stadt Gießen mit. Unter dem Motto „Erinnern – Mahnen – Wachsam sein“ vereint es Ausstellungen, Rundgänge und Vorträge.
Sie handeln von der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Außerdem geht es um die Geschichte jüdischen Lebens in Gießen und um Antisemitismus heute. So rücken die Novemberpogrome in Gießen wieder ins Bewusstsein.
Novemberpogrome in Gießen: Gedenkfeier am Berliner Platz
Wichtigster Termin ist die Gedenkfeier am Montag, 9. November, um 16.30 Uhr. Dazu lädt der Magistrat zum Mahnmal auf dem Berliner Platz ein. Erinnert wird an die verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger. Zudem geht es um die Zerstörung der Gießener Synagogen.
Ministerpräsident a. D. Volker Bouffier spricht Worte des Gedenkens. Außerdem hält Bürgermeister Alexander Wright eine Rede. Zudem lesen Schülerinnen und Schüler der Liebigschule Texte zum Nationalsozialismus. Die Jüdische Gemeinde spricht das Totengebet, und Vertreter der Kirchen tragen geistliche Worte bei. Zusätzlich gehören Musik und eine Kranzniederlegung zum Programm.
Audiowalk und Vortrag zu Orten in Gießen
Zudem erinnern zwei Angebote an die Novemberpogrome in Gießen und führen zu Orten der Stadtgeschichte. Am Sonntag, 8. November, startet um 14 Uhr der Audiowalk „Von Gießen nach Theresienstadt“ am Jugend- und Kulturzentrum Jokus, Ostanlage 25a. An sieben Stationen erinnert er an die letzte Deportation Gießener Jüdinnen und Juden im Februar 1945. Dafür braucht man ein Smartphone mit Internet und Kopfhörer.
Am Mittwoch, 11. November, spricht Henriette Stuchtey von 18 bis etwa 20 Uhr im Jokus. Dabei geht es um die orthodoxe Synagoge in der Steinstraße und um die Entstehung der Gießener Erinnerungskultur. Zudem müssen sich Interessierte für den Audiowalk und den Vortrag anmelden, per E-Mail an jbw@giessen.de oder dext@giessen.de. Auch die Teilnahme ist kostenlos.
Ausstellungen und Online-Vortrag zum Gedenken
Das Gedenken an die Novemberpogrome in Gießen umfasst außerdem zwei Ausstellungen. „Missing Synagogues“ zeigt noch bis zum 10. November im KiZ, Südanlage 3a, Fotos von Standorten ehemaliger Berliner Synagogen. Die Ausstellung „Kunst gegen den Tod – Bilder aus Theresienstadt“ läuft bis zum 6. Januar 2027 in der Universitätsbibliothek, Otto-Behaghel-Straße 8. Auch der Eintritt ist jeweils frei.
Mit heutigen Formen von Antisemitismus beschäftigt sich am Mittwoch, 18. November, von 19 bis 20.30 Uhr ein kostenloser Online-Vortrag. Er trägt den Titel „Antisemitismus – (k)ein Problem der Vergangenheit“. Anmelden kann man sich über die VHS Gießen unter www.vhs-giessen.de mit der Kursnummer A10276. Das ist bis 12 Uhr am Tag der Veranstaltung möglich.
Weitere Termine aus der Stadt finden Sie in unserer Rubrik Events. Das ganze Programm zum Gedenken an die Novemberpogrome in Gießen gibt es außerdem in der Übersicht der Stadt.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Gießen

