Der junge Ehrenamtliche Luke Schaaf aus Rabenau ist für seinen Einsatz gegen das Vergessen und für die Erinnerung an die jüdische Familie Wertheim aus Londorf ausgezeichnet worden. Er belegte den ersten Platz beim Förderpreis „Jugend im Ehrenamt“ der SV SparkassenVersicherung und erhält dafür 2.500 Euro Preisgeld. Nominiert hatte ihn Landrätin Anita Schneider im Namen des Landkreises Gießen.
Seit mehreren Jahren beschäftigt sich Schaaf mit der Geschichte von Ruth Wertheim und ihrer Familie, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Rabenau lebte. Sein Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen die Schicksale jüdischer Familien näherzubringen und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Menschenwürde zu stärken.
Von einem Schulprojekt zur eigenen Erinnerungsarbeit
Begonnen hat Schaafs Engagement im Jahr 2022. Im Rahmen eines Schulprojekts setzte er sich zunächst mit den Biografien jüdischer Schülerinnen und Schüler auseinander. Anschließend begann er eigenständig, die Lebensgeschichte von Ruth Wertheim zu erforschen, die einst in seiner Heimatgemeinde lebte.
Dafür sammelte er historische Informationen, führte Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und nahm Kontakt zu den Nachfahren Ruth Wertheims auf. Seine Erkenntnisse gibt er mittlerweile bei Veranstaltungen, an Schulen und in Gedenkstätten weiter, sowohl im Landkreis Gießen als auch darüber hinaus.
Bereits 2024 hatte der Landkreis Gießen dieses Engagement gewürdigt. Damals belegte Schaaf den zweiten Platz beim JugendEngagementPreis.
Landrätin würdigt Einsatz für demokratische Werte
„Luke Schaaf zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen können. Er hält nicht nur die Geschichte von Ruth Wertheim und ihrer Familie lebendig. Er macht auch deutlich, wie wichtig es ist, für Demokratie und Menschenwürde einzustehen“, erklärte Landrätin Anita Schneider anlässlich der erneuten Auszeichnung.
Der Förderpreis „Jugend im Ehrenamt“ richtet sich an junge Menschen, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren. Berücksichtigt werden unter anderem soziale, kulturelle, schulische, ökologische und kommunale Projekte. Vorschläge können Städte, Gemeinden und Landkreise aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen einreichen.

