In den fünf Landkreisen Mittelhessens sind derzeit knapp 3000 Röntgenanlagen in Betrieb. Ein Team aus acht Personen für Strahlenschutz beim Regierungspräsidium (RP) Gießen genehmigt und kontrolliert sie. Das teilt das RP anlässlich des Internationalen Tags der Röntgenstrahlung am 8. November mit. Röntgen und Gießen verbindet zudem eine lange Geschichte.
Vom Zahnarzt bis zur Industrie
„Die Spanne reicht vom klassischen Röntgengerät beim Zahnarzt oder Orthopäden über universitäre Forschungseinrichtungen bis hin zu industriellen Anwendungen wie Schweißnahtprüfungen“, erklärt Dr. Jens Gerlach, kommissarischer Abteilungsleiter. Ziel sei ein sicherer Einsatz beim Röntgen in Gießen und ganz Mittelhessen, vom Personal bis zu den Patienten. Dazu gehören Genehmigungen, Meldungen und Besuche vor Ort. Denn die Strahlung kann bei zu hoher Dosis Gewebe schädigen. Gleichzeitig braucht die moderne Medizin sie.
Früherkennung nur mit Genehmigung
Untersuchungen zur Früherkennung sind nur erlaubt, wenn das Bundesumweltministerium das Verfahren zugelassen hat. Wichtig ist, dass der Nutzen das Risiko deutlich überwiegt. Zudem muss das RP Gießen jede Einrichtung genehmigen, bevor sie Röntgen zur Früherkennung anbieten darf. Derzeit gibt es zwei erlaubte Verfahren: das Mammographie-Screening auf Brustkrebs und seit 2024 ein Screening auf Lungenkrebs mit niedrig dosierter CT für starke Raucher und frühere Raucher. Beide richten sich an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren.
Im Februar 2026 sank die Altersgrenze für die Früherkennung von Brustkrebs allerdings auf 45 Jahre. Laut RP hat die Stelle das Programm im November entsprechend angepasst.
Röntgen lehrte fast zehn Jahre in Gießen
Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die nach ihm benannten Strahlen am 8. November 1895 eher zufällig. Das erste Bild, die Hand seiner Frau, gilt bis heute als Symbol für eine neue Ära der Medizin. Seine Verbindung zur Stadt ist eng: 1879 wurde er Professor für Physik an der Justus-Liebig-Universität und lehrte dort fast ein Jahrzehnt. In dieser Zeit schrieb er fast zwei Dutzend Aufsätze. Die Entdeckung gelang ihm allerdings erst später in Würzburg.
Der Stadt Gießen blieb Röntgen ein Leben lang verbunden. Deshalb wollte er auf dem heutigen Alten Friedhof begraben werden, wo man ihn 1923 beisetzte. Zudem erinnert im Theaterpark an der Südanlage seit 1962 ein Denkmal von Erich Fritz Reuter an ihn: ein dunkler Stein, durch den silberne Stäbe laufen. Mehr zum Strahlenschutz gibt es beim Regierungspräsidium Gießen.
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Quelle: Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Gießen

