Das Regierungspräsidium Gießen hat einen neuen Chef. Nach elf Jahren und 28 Tagen ist Dr. Christoph Ullrich als Regierungspräsident in Gießen in den Ruhestand gegangen. So lange war laut Regierungspräsidium (RP) noch keiner seiner Vorgänger im Amt. Sein Nachfolger Martin Rößler hat am 1. November übernommen.
Ende Oktober verabschiedeten mehr als 300 Gäste den Regierungspräsidenten in Gießen in der Uni-Aula der Justus-Liebig-Universität. Die Festrede hielt Ministerpräsident Boris Rhein. Unter den Gästen waren laut RP auch Innenminister Roman Poseck, vier frühere Regierungspräsidenten sowie Bürgermeister, Landräte und Abgeordnete. Für Musik sorgte die LieBigBand der Liebigschule.
Rhein: „Ein Regierungspräsident mit Haltung“
Rhein zog eine Bilanz von „elf sehr prägenden Jahren“. Ullrich habe das RP „durch Verlässlichkeit in der Krise, Klarheit in den Verfahren und Augenmaß bei der Entwicklung der Region geführt“. Gerade in der Flüchtlingskrise habe er gezeigt, „dass Humanität und Ordnung keine Gegensätze sind“.
Auch Sandra Jost, Vorsitzende des Personalrats, lobte den scheidenden Regierungspräsidenten in Gießen. Er sei bodenständig geblieben und habe nach Lösungen gesucht, statt sich in Problemen zu verlieren. Zudem habe seine Tür immer offen gestanden. Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner schätzte seine Art auf Augenhöhe. Außerdem verwies er auf den neuen Regionalplan, den die Regionalversammlung zum Ende der Amtszeit beschlossen hatte.
Ullrich blickt auf viele Krisen zurück
Ullrich war seit 2015 Regierungspräsident in Gießen. In seiner Rede erinnerte er an die vielen Herausforderungen dieser Zeit. Dazu zählten die hohen Flüchtlingszahlen, die Corona-Pandemie und der Lückenschluss der A49. Hinzu kam der Krieg in der Ukraine. Damals wurden laut RP fast 60.000 Menschen aus der Ukraine in der Erstaufnahme des Landes aufgenommen. „Staat hat da funktioniert“, sagte Ullrich. Sein Motto lautete: „Für die Menschen, für die Wirtschaft, für die Region“.
Neuer Regierungspräsident in Gießen kennt das Haus
Sein Nachfolger ist dabei kein Unbekannter. Martin Rößler war zuletzt Staatssekretär im hessischen Innenministerium. Davor arbeitete er als Regierungsvizepräsident an Ullrichs Seite. Er dankte seinem Vorgänger „für sieben Jahre gute Zusammenarbeit“. Die Aufgabe als „Rückgrat dieser Verwaltung“ nehme er gerne an. Augenzwinkernd sagte er in Richtung der Belegschaft: „In den vergangenen drei Jahren bin ich geblieben, wie ich bin. Ich hoffe, das schreckt sie nicht.“ Das RP Gießen hat laut Personalrat mehr als 1500 Beschäftigte.
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Quelle: Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Gießen

