Fünf Personen haben am Donnerstagmorgen, 19. Februar 2026, den Eingang der Hessischen Landgesellschaft (HLG) im Aulweg in Gießen blockiert. Nach Angaben der Polizei ließen sich gegen 7:30 Uhr zwei Personen vor dem Gebäudeeingang nieder und verhinderten so den Zutritt für Mitarbeitende. Eine weitere Person setzte sich auf ein Glasvordach über dem Eingang und entrollte dort ein Transparent. Hintergrund der Aktion ist ein Straßenbauprojekt im Landkreis Gießen, konkret der geplante Neubau der B49.
Die Versammlungsbehörde wurde hinzugezogen und löste die nicht angemeldete Versammlung vor Ort auf. Da sich die beiden Personen am Eingang zwischenzeitlich festgeklebt hatten, mussten geschulte Einsatzkräfte den Klebstoff lösen. Die Beteiligten wurden zur Dienststelle gebracht, konnten diese nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen jedoch wieder verlassen. Die Person auf dem Dach verließ dieses nach einiger Zeit eigenständig. Nach Polizeiangaben entstand kein Sachschaden, verletzt wurde niemand. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Nötigung und des Hausfriedensbruchs.
Die Aktion war zuvor von der Projektwerkstatt Saasen angekündigt worden. Nach deren Angaben begann die Blockade bereits gegen 6:10 Uhr. Auf einem Banner hätten die Aktivistinnen und Aktivisten unter anderem „Keine neue B49“ gefordert. Sie kritisieren den geplanten Neubau der B49 bei Lindenstruth und Reiskirchen sowie die Rolle der HLG bei der Flächensicherung für Straßenbauprojekte.
Die Hessische Landgesellschaft ist im Auftrag des Landes Hessen unter anderem für den Erwerb von Flächen und die Durchführung von Flurbereinigungsverfahren zuständig. Zudem übernimmt sie für Hessen Mobil die Liegenschaftsverwaltung und die Verwaltung von Kompensationsflächen, die als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft dienen.
Die Aktivisten fordern stattdessen Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, etwa in eine Bahnhaltestelle in Lindenstruth und in den Ausbau der Vogelsbergbahn. Die Polizei prüft nun die strafrechtliche Relevanz der Aktion.


