Grünberg (fw). Nach mehreren Monaten umfangreicher Renovierungsarbeiten hat am Marktplatz in Grünberg ein neues Café eröffnet. Betreiberin ist die 27-jährige Mareike Oemler, die gemeinsam mit ihrem Mann das markante Fachwerkhaus, in dem zuvor das Café Kreuder ansässig war, erworben, auf mehreren Stockwerken saniert und anschließend vollständig neu konzipiert hat.
Von der Gastronomie ins eigene Café
Oemler stammt gebürtig aus Laubach, arbeitete später in der Grünberger Gastronomie und lernte hier auch ihren Mann kennen. Die vergangenen sieben bis acht Jahre war sie im „Merlin“ tätig, zuletzt zwei Jahre in der Geschäftsführung. „Für die Gastronomie habe ich damals sogar mein Studium aufgegeben“, sagt sie. Der Wunsch nach einem eigenen Betrieb sei mit der Zeit immer stärker geworden.
Auf der Suche nach einem passenden Objekt stieß das Paar schließlich auf das frühere Café Kreuder. „Wir haben zuerst angefragt, ob man es mieten kann, dann kam die Rückmeldung, dass es nur verkauft wird“, berichtet Oemler. Gemeinsam entschieden sie sich schließlich für den Kauf.
Umfangreiche Sanierung ohne Architekten
Als sie das Gebäude übernahmen, befand es sich noch vollständig im Zustand des früheren Cafés. Die Sanierung erfolgte ohne Architekten. „Wir haben alles selbst geplant und sehr viel in Eigenleistung gemacht“, so Oemler. Gleichzeitig wurden einzelne Arbeiten ausgelagert, darunter Elektrik, Böden und Holzarbeiten.

Die Renovierungsarbeiten begannen im August. Dabei wurden sämtliche Stromleitungen erneuert, die Küche komplett neu aufgebaut und alle Wände, Böden und Decken im Erdgeschoss saniert. Wo früher die Backstube des Café Kreuder untergebracht war, befindet sich heute die Küche. Herzstück des Gastraums ist eine Theke aus massiver Eiche, ergänzt durch italienische Fliesen.
Im Dezember konnte das Café eröffnen. „Ich bin morgens gegen sechs Uhr aus dem Haus und abends in denselben Klamotten wieder hiergestanden – und dann haben wir eröffnet“, erinnert sich Oemler. Der erste Tag sei überwältigend gewesen: „Es war wie in einem Film. Es war die ganze Zeit einfach nur voll.“
Frühstück, Mittagessen und Abendkarte
Auf der Frühstückskarte stehen belegte Stullen mit frischem Brot vom Vulkanbäcker, der täglich liefert. Angeboten werden unter anderem Varianten mit Avocado und Ei, Rührei mit Jalapeños, Grillgemüse sowie verschiedene selbstgemachte Cremes als Grundlage. Zudem gibt es glutenfreie und vegane Produkte. Törtchen, Cookies, Zimtschnecken, Macarons und mehr werden täglich frisch von Anna-Lena Leinhoss und Ihrem Grünberger Unternehmen „Törtlichkeit“ geliefert.
Abends liegt der kulinarische Schwerpunkt auf hausgemachten neapolitanischen Pizzen, deren Teig 48 bis 72 Stunden ruht. Ergänzt wird das Angebot durch Antipasti mit orientalischen Einflüssen, etwa Hummus, Auberginendip oder Salate mit Hirtenkäse. Zum Getränkeangebot zählen Kaffeespezialitäten von Wacker’s aus Frankfurt, Weine vom Weingut Wasem Doppelstück aus Ingelheim sowie Cocktails wie Espresso Martini oder Gin Basil Smash. Auch alkoholfreie Cocktails, wechselnde Getränkekreationen und Matcha stehen auf der Karte. Das Café ist montags und dienstags geschlossen. Von Mittwoch bis Sonntag wird tagsüber von 9 bis 16 Uhr Frühstück angeboten. Ab 12 Uhr greift zusätzlich die Mittagskarte. Donnerstags bis samstags ist der Betrieb zusätzlich abends bis 24 Uhr geöffnet.
Im Obergeschoss des Hauses wird ab März ein Yogastudio einziehen. Zum Gebäude gehört außerdem ein Nebengebäude, die frühere Backstube des Café Kreuder. Langfristig kann sich Oemler vorstellen, diesen Bereich zu einer Eventlocation umzubauen.
Für die Zukunft hofft die Betreiberin, dass sich der Betrieb weiter gut einspielt. Auch eine Außengastronomie ist geplant. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Oemler.
Weitere Informationen auch unter: https://sonneundmond-gruenberg.de

