Die Gießener Stadtpolizei ist seit Freitag, 2. Oktober, mit dem sogenannten Jet Protector ausgestattet. Stadtrat und Ordnungsdezernent Dominic Eser stellte das neue Einsatzmittel am Freitagnachmittag gemeinsam mit der Stadtpolizei vor. Die Maßnahme war nach Angaben der Stadt in den vergangenen Monaten intensiv vorbereitet worden. Sie soll vor allem den Eigenschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessern und zugleich präventiv sowie abschreckend wirken.
Der Jet Protector ähnelt äußerlich einer Pistole, verschießt jedoch einen Pfefferwirkstoff. Seine ideale Einsatzdistanz liegt nach Angaben bei vier bis 4,5 Metern. Unter einer Entfernung von 1,50 Metern soll das Gerät nicht eingesetzt werden. Der Wirkstoffstrahl tritt mit rund 80 Metern pro Sekunde aus.
Gegenüber herkömmlichem Pfefferspray bietet der Jet Protector vor allem eine größere Reichweite und einen gezielteren Einsatz. Klassisches Pfefferspray hat eine geringere Reichweite und eine stärkere Streuung. Es bleibt dennoch ebenso wie der Schlagstock Bestandteil der Ausrüstung der Stadtpolizei.
16 Unterrichtseinheiten für die Bedienung
Bedienen dürfen den Jet Protector nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die entsprechend geschult wurden. Die Ausbildung umfasst rund 16 Unterrichtseinheiten. Insgesamt wurden 50 Geräte angeschafft. Nach Angaben bei der Vorstellung kostet ein Jet Protector rund 440 Euro. Hinzu kommt Trainingsmunition für die Ausbildung.
Als mögliches Einsatzszenario wurde beispielsweise eine Situation genannt, in der sich eine Person mit einem Messer oder einem anderen gefährlichen Gegenstand nähert. Der Jet Protector soll den Einsatzkräften ermöglichen, aus größerer Distanz zu reagieren. Auch der Abzug ist so konstruiert, dass das Gerät bewusst ausgelöst werden muss. Der Abzugswiderstand liegt bei rund acht Kilogramm.
Gleichzeitig soll das neue Einsatzmittel vor allem dazu beitragen, gefährliche Situationen gar nicht erst eskalieren zu lassen. Die Verantwortlichen hoffen deshalb, dass der Jet Protector möglichst nie tatsächlich eingesetzt werden muss.
„Wer jeden Tag für die Sicherheit in unserer Stadt einsteht, muss sich auch darauf verlassen können, dass wir als Stadt für seine Sicherheit sorgen“, erklärte Eser. Für ihn gehöre dazu eine moderne, gut ausgebildete und gut ausgestattete Stadtpolizei, die sichtbar und ansprechbar sei und zugleich konsequent handeln könne, wenn es erforderlich sei.
Bodycams sollen noch in diesem Jahr folgen
Neben dem Jet Protector sollen künftig auch Bodycams bei der Gießener Stadtpolizei eingesetzt werden. Sie sollen insbesondere der Deeskalation und dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dienen. Außerdem sollen Einsatzsituationen dadurch transparent und nachvollziehbar dokumentiert werden können.
Aktuell können die Bodycams allerdings noch nicht genutzt werden. Nach Angaben bei der Vorstellung müssen zunächst noch Fragen zum Datenschutz sowie weitere rechtliche Vorgaben geklärt werden. Die Stadt strebt an, den Einsatz möglichst noch in diesem Jahr freizugeben.
Eser betonte zugleich die grundsätzliche Bedeutung einer guten Ausstattung für die Stadtpolizei. „Sicherheit und Ordnung sind für mich eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität in unserer Stadt“, sagte der Ordnungsdezernent.

