GIESSEN (PM). Die Ars Democratica in Gießen hat Ende Oktober rund 400 Besucher angelockt. Zwei Tage lang standen die Kongresshalle und zentrale Orte wie der Kirchenplatz im Zeichen des Festigresses für politische Bildung. Das teilt die Stadt mit. Es war der Höhepunkt des Liebknecht-Jahres „Liebknecht200“. Damit feiert die Stadt den 200. Geburtstag des in Gießen geborenen Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht (1826–1900).
Ars Democratica in Gießen: Workshops, Konzerte und Auftritte
Das Programm verband politische Bildung mit Kunst. Es gab Vorträge, Konzerte, Workshops und Auftritte, darunter die Berliner Gruppe andcompany&Co. Außerdem standen ein Audiowalk, eine Kunstinstallation und ein musikalischer Abend im Kleinen Haus des Stadttheaters auf dem Plan. Insgesamt gab es rund 25 Veranstaltungen zu Frieden, Gerechtigkeit, Bildung und Demokratie.
Zu den Workshops zählten „Wem gehört der Raum?“ mit Irfan Taufik und „Feminist Leadership“ mit Katja Sonnemann. Zudem bot die Gruppe „Radikale Töchter“ einen „Mut-Muskel-Workshop“ an. Bei den Vorträgen ging es unter anderem um Wilhelm Liebknecht als „Gemeinwohlökonom“. Ein weiteres Thema waren Beziehungen mit Chatbots und deren Folgen für die Gefühle.
Frieden und Demokratie im Gespräch
Bei der Ars Democratica in Gießen ging es am Freitag in fünf Gesprächsrunden um Frieden. Dabei sprach Marianne Liebknecht, Urenkelin von Wilhelm Liebknecht, über ihre Biografie als Auftrag. Außerdem berichtete die Gießener Kinderärztin Ulrike Kilic von ihren Einsätzen für Ärzte ohne Grenzen in Indien, Haiti und im Tschad. Am Samstag stand dann die Demokratie im Mittelpunkt. Dort forderte der Aktivist Ali Can mehr Orte der Begegnung, damit Vorurteile und Rassismus abnehmen.
Die Konzerte bildeten den Schlusspunkt beider Abende. Am Freitag trat die Berliner Sängerin Bernadette La Hengst in der Kongresshalle auf, am Samstag folgte Fritzi Ernst mit ihrer „Introvert Tour“. Teilnehmerin Doris Wirkner sagte nach einem Workshop, Demokratie sei „anstrengend“. Trotzdem sei sie der einzige Weg, sich einzubringen.
Bilanz zur Ars Democratica in Gießen
Stefan Neubacher, Leiter des Kulturamts und Initiator von Liebknecht200, zog eine positive Bilanz. Das Ziel, für künftiges Engagement zu inspirieren, sei erreicht worden. Außerdem rief Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher das Publikum auf, neugierig auf die Erfahrungen anderer zu sein. Kai-Michael Sprenger von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte betonte zudem, Demokratie sei kein fester Zustand. Sie sei vielmehr ein Prozess, der immer wieder Debatte braucht.
Weitere Termine im Liebknecht-Jahr
Am 6. Dezember um 18 Uhr steht der Abend „Freiheit heißt der letzte König“ erneut im Kleinen Haus des Stadttheaters auf dem Programm. Außerdem läuft die Ausstellung „Von Barrikaden und Parlamenten“ im Museum für Gießen noch bis zum 31. Januar 2027. Ausgerichtet wurde die Ars Democratica von der Stadt Gießen, dem Brachland-Ensemble und Greta Katharina Klein.
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