GIESSEN (PM). Opfer von Gewalttaten sollen in Hessen schneller die Hilfe bekommen, die ihnen zusteht. Dafür wollen Polizei und Versorgungsverwaltung enger zusammenarbeiten. Zu einem ersten Austausch über den Opferschutz lud das Regierungspräsidium (RP) Gießen an seinen Hauptsitz am Landgraf-Philipp-Platz ein. Das teilt das RP mit.
Welche Hilfe Opfern zusteht
Wer Opfer einer Gewalttat wird, kann Anspruch auf Leistungen der Sozialen Entschädigung haben. Das gilt etwa nach einem körperlichen Angriff, einem schweren Raub oder sexualisierter Gewalt. Oft hat die Polizei als Erste Kontakt zu den Betroffenen. Die Versorgungsämter helfen dann bei den gesundheitlichen und finanziellen Folgen der Tat. Dazu zählen schnelle Hilfen wie die Betreuung in einer Traumaambulanz oder die Begleitung durch ein Fallmanagement. Für den Opferschutz in Gießen ist unter anderem das RP zuständig.
Opferschutz in Gießen: kurze Wege und feste Ansprechpartner
Beim Treffen zum Opferschutz im RP in Gießen ging es um die Praxis vor Ort. Besprochen wurden bewährte Wege des Austauschs und wie Betroffene früh an passende Hilfen vermittelt werden können. Zudem ging es um Absprachen mit weiteren Stellen. Auch das Vorgehen bei größeren Schadenslagen war Thema.
Dabei waren der hessische Landesopferschutzbeauftragte Reza Rezai Hagh, die Opferschutzbeauftragten der Landespolizei und die Koordinatoren der Polizeidirektionen. Für die Versorgungsverwaltung kamen Vertreter der sechs Hessischen Ämter für Versorgung und Soziales sowie des RP. Deutlich wurde laut RP, wie wichtig kurze Wege, feste Ansprechpartner und das Wissen um bestehende Hilfen sind.
Treffen soll es jedes Jahr geben
Die wichtigste Erkenntnis zum Opferschutz in Gießen lautete laut RP: Je besser die Stellen vernetzt sind, desto gezielter erhalten Betroffene die Hilfe, die sie brauchen. Deshalb soll es das Treffen künftig jedes Jahr geben. Grundlage ist eine Vereinbarung, die das Hessische Landeskriminalamt und das RP im Juni geschlossen haben. Dafür unterschrieben LKA-Präsident Daniel Muth und der damalige Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. So sollen die Strukturen für den Opferschutz in Gießen und ganz Hessen weiter wachsen.
Mehr Infos gibt es beim Regierungspräsidium Gießen. Weitere Meldungen aus dem Bereich Sicherheit lesen Sie in unserer Rubrik Blaulicht.

