Für die beiden Tegut-Filialen in Gießen steht die Zukunft fest. Der Supermarkt im Einkaufszentrum neustädter in der Neustadt 28 wird an Edeka übergeben. Den Standort in der Adolph-Kolping-Straße 9 übernimmt der Lebensmitteldiscounter Netto Marken-Discount. Das geht aus einer am Donnerstag, 15. Oktober 2026, veröffentlichten Übersicht von Tegut hervor. In beiden Gießener Filialen ist Freitag, der 30. Oktober 2026, der letzte Verkaufstag unter dem bisherigen Betreiber. Hintergrund ist der deutschlandweite Verkauf der Supermarktkette durch ihren bisherigen Eigentümer Migros.
Edeka und Netto übernehmen die Gießener Märkte
Damit verschwindet der Name Tegut künftig auch aus Gießen. Während der Standort im Einkaufszentrum neustädter an Edeka geht, wird die Filiale in der Adolph-Kolping-Straße 9 an Netto Marken-Discount übergeben. Netto gehört ebenfalls zum Edeka-Verbund.
Wann die beiden Märkte nach der Übergabe unter ihrem neuen Betreiber wieder öffnen, ist bislang nicht bekannt. Auch zu Umbauarbeiten liegen noch keine konkreten Informationen vor.
In der Filiale in der Adolph-Kolping-Straße bietet Tegut vom 15. bis 17. Oktober einen Abschiedsrabatt von 50 Prozent auf weite Teile des Sortiments an. Ausgenommen sind unter anderem Obst und Gemüse sowie Waren von der Frischetheke. Weitere Ausnahmen gelten beispielsweise für Tabakwaren und Pfandbeträge. Der Rabatt gilt, solange der Vorrat reicht. Für die Filiale im neustädter ist diese Rabattaktion nicht angekündigt.
Warum Tegut seine Filialen verkauft
Bereits am 11. März 2026 hatte die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich angekündigt, sich vollständig aus dem deutschen Lebensmittelhandel zurückzuziehen und Tegut zu verkaufen. Die Supermarktkette, die 1947 in Fulda gegründet wurde, gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe.
Hintergrund der Entscheidung waren anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten. Tegut hatte über mehrere Jahre Verluste geschrieben. Trotz umfangreicher Sparmaßnahmen und einer deutlichen Verringerung der operativen Verluste gingen die Umsätze zurück. Nach Einschätzung der Eigentümerin war die Supermarktkette angesichts des Wettbewerbs und ihrer vergleichsweise geringen Unternehmensgröße langfristig nicht mehr wirtschaftlich tragfähig.
Bei der Entwicklung handelt es sich nicht um eine Insolvenz, sondern um den Verkauf und die Aufteilung des Unternehmens durch die bisherige Eigentümerin. Ziel ist es, möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze durch die Übernahme anderer Handelsunternehmen zu erhalten.
Ende September genehmigte das Bundeskartellamt die Übernahme von 178 Tegut-Märkten durch Edeka. Ursprünglich wollte das Unternehmen 202 Standorte erwerben, musste wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken jedoch auf 24 verzichten. Am 14. Oktober erhielt auch Rewe die Genehmigung, 38 Filialen zu übernehmen. Weitere 36 Märkte gehen an die Smart-Store-Kette Tante Enso.
Nach Angaben von Migros war die Zukunft von 36 weiteren Tegut-Standorten Mitte Oktober noch ungeklärt. Für diese läuft ein weiteres Bieterverfahren. Die Marke Tegut soll im Zuge der Übernahmen langfristig verschwinden.
Für die beiden Gießener Filialen steht mit Edeka und Netto inzwischen fest, wer die Standorte künftig betreiben soll. Der letzte gemeinsame Verkaufstag als Tegut ist der 30. Oktober 2026.

