Am Lindenplatz in Gießen sind zwei junge Linden gepflanzt worden. Die rund 3,50 Meter hohen Bäume mit einem Stammumfang von etwa 15 Zentimetern sollen den Platz langfristig begrünen und zur Klimaanpassung beitragen. Nach Angaben der Stadt belaufen sich die Gesamtkosten für die Maßnahme auf rund 45.000 Euro.
Kostenstruktur und Vorbereitung
Die reinen Anschaffungskosten der Bäume spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Laut Stadt liegen diese bei etwa 250 Euro pro Baum. Der größte Kostenanteil entfällt auf die Vorbereitung der Standorte. Für jeden Baum wurde eine 12 bis 15 Kubikmeter große Baumgrube angelegt, orientiert an den Empfehlungen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau. Ziel sei es, ausreichend Wurzelraum für ein langfristiges Wachstum zu schaffen.
Hinzu kamen Abstimmungen mit unterschiedlichen Beteiligten. In der Innenstadt seien Belange des Denkmalschutzes, Versorgungs- und Entsorgungsträger, mögliche Kampfmittelprüfungen sowie die Organisation des Wochenmarkts zu berücksichtigen. Diese Faktoren verteuerten Baumaßnahmen im innerstädtischen Bereich.
Kosten-Nutzen-Einordnung
Ein Missverhältnis zwischen Kosten und Nutzen sieht die Stadt auf Anfrage nicht. Entscheidend sei nicht der frisch gepflanzte Jungbaum, sondern das Entwicklungspotenzial eines Großbaums über 50 Jahre oder länger. Zudem bleibe der Standort dauerhaft vorbereitet, sodass eine spätere Ersatzpflanzung ohne erneute Grundsanierung möglich sei.
Baum nach Unfall beschädigt
Kurz nach der Pflanzung wurde einer der beiden Bäume von einem Fahrzeug angefahren. Der Stamm steht sichtbar schief und weist Beschädigungen auf. Ob der Baum erhalten werden kann oder ersetzt werden muss, ist bislang unklar. Sollte ein Austausch erforderlich werden, würde nach Angaben der Stadt nicht erneut die gesamte Investitionssumme anfallen, da Planung und Standortvorbereitung bereits erfolgt sind.

Auf einen besonderen Anfahrschutz wurde bislang verzichtet. Der Lindenplatz ist seit 2023 – mit Ausnahme von Behindertenparkplätzen – nicht für das Parken freigegeben. Trotz Kontrollen werden dort nach wie vor täglich Fahrzeuge abgestellt. Ob nun zusätzliche Sicherungsmaßnahmen für die jungen Bäume vorgesehen sind, bleibt offen.


