Gießen. In der Nacht von Samstag, 5. September, auf Sonntag, 6. September, sind am vergangenen Wochenende in Gießen zwei Männer durch Messerstiche schwer verletzt worden. Ein 18-Jähriger starb noch am Tatort, ein 26-Jähriger wurde schwer verletzt in das Uniklinikum Gießen gebracht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln gegen einen 19-Jährigen, dem vorgeworfen wird, beide Männer mit einem Messer verletzt zu haben. Zum genauen Tatablauf und zum Motiv liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Gegen 02:44 Uhr meldete ein Passant bei der Rettungsleitstelle im Kreuzungsbereich Frankfurter Straße/Robert-Sommer-Straße einen Mann mit blutenden Verletzungen. Bei dem 26-Jährigen stellten Ärzte mehrere Stichverletzungen im Bereich des Oberkörpers und des Kopfes fest. Sein Gesundheitszustand ist nach Angaben der Ermittler stabil. Zum Geschehen konnte er bislang noch nicht befragt werden.
Polizeibeamte verfolgten den Weg des Verletzten bis zu einem Balkon in der Hindemithstraße zurück. In der dazugehörigen Wohnung fanden sie einen schwer verletzten 18-Jährigen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen starb er noch am Tatort.
Obduktion noch am selben Tag
Kriminalpolizei, Rechtsmedizin und Staatsanwaltschaft nahmen anschließend den Tatort auf. Sie fertigten Lichtbilder an, vermaßen den Bereich, befragten Nachbarn und sicherten umfangreiche Spuren.
Noch im Verlauf desselben Tages ordnete die Staatsanwaltschaft die Obduktion des 18-Jährigen an. Der Leichnam wurde bereits am Sonntag rechtsmedizinisch untersucht. Dabei wurden mehrere Messerstichverletzungen festgestellt. Ein Stich verletzte das Herz und führte zum Tod.
Der genaue Ablauf des Geschehens ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Nach bisherigem Stand hielt sich der 18-Jährige zum Tatzeitpunkt in der Wohnung des 26-Jährigen in der Hindemithstraße auf, als es dort zum Angriff durch den Beschuldigten gekommen sein soll.
19-Jähriger stellt sich am Sonntagmorgen
Der 19-Jährige stellte sich am Sonntagmorgen auf der Polizeistation Gießen Nord. Dabei trug er laut Ermittlern blutverschmierte Kleidung. Er gab an, zwei Personen im Zuge eines Streits mit einem Messer verletzt zu haben. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.
Die Polizei nahm ihn daraufhin vorläufig fest und behandelte ihn erkennungsdienstlich. Noch am Sonntagnachmittag wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten und vollendeten Totschlags sowie gefährlicher Körperverletzung.
Der zuletzt wohnsitzlose Beschuldigte befindet sich inzwischen in einer hessischen Justizvollzugsanstalt. Nach bisherigen Erkenntnissen dürften sich die drei Beteiligten zumindest gekannt haben. Der 19-Jährige war laut Ermittlern bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Weitere Zeugenvernehmungen und die Auswertung der gesicherten Spuren dauern an.

