GIESSEN (mz/fl). Musikalische Kontraste von Klassik bis EDM: Die bietet die neunte Ausgabe des Gießener Kultursommers. Nachdem das Auftaktkonzert einem Unwetter zum Opfer gefallen war, ist es vergangenen Donnerstag am Kloster Schiffenberg richtig gestartet. Bis zum 31. August finden dort wieder täglich Open-Air-Konzerte statt.
Nächstes Highlight: Holy Vibes Festival
Dem britischen Pop-Star James Arthur und den Donots & H-Blockx folgt heute das Holy Vibes Festival. Das EDM-Festival, ein neues Format des Gießener Kultursommers, feiert in diesem Jahr Premiere. Mehrere internationale Top-Acts treten auf – der Bekannteste unter ihnen ist sicherlich DJ Felix Jaehn. EDM-Fans und regelmäßige Festivalgänger:innen sollten aber auch Sam Feldt, Toby Romeo und Jaguar kennen. Wer ab 16 Uhr spontan mit dabei sein will: Es gibt noch Tickets.
Auftakt-Nachholtermin wird gesucht
Währenddessen wird für das abgebrochene Auftaktkonzert schon ein Ersatztermin gesucht. Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit und das Warten auf die Schiffenberg Classics soll sich durchaus lohnen. Das Philharmonische Orchester des Stadttheaters Gießens hat eine Mischung aus Klassik-Konzerthighlights, Opernstücken und Filmmusik, begleitet von Effekten und Videos auf LED-Walls vorbereitet. „Wir wollten nicht einfach nur Klassik, es wird ein audiovisuelles Erlebnis”, sagte Produktionsleiter Pfeffer dazu.
Vielfalt als „Markenzeichen”
Bis dahin erwarten die Kultursommer-Gäste weitere deutsche und internationale Ikonen wie Howard Carpendale, Amy Macdonald, Nena, Uriah Heep und Wincent Weiss. „Wir sehen Vielfalt als unser Markenzeichen”, sagt Booker Benjamin Metz über das diesjährige Programm. „Dass wir auch so große Acts hierher bekommen, spricht für die Location.”
Und die Genre-Vielfalt geht noch weiter: Kool Savas, Vega, Azad und Yako OK kommen zum Hip-Hop-Open-Air Kings of Rap. Versengold bringt Folk-Musik auf den Schiffenberg. Metz’ persönlicher Geheimtipp: Der Auftritt von Meute, einer Hamburger Techno Marching Band, am Freitag, 28. August. „Da haben mich meine Kollegen erst etwas fragend angeguckt, aber die sind wirklich klasse.”
Historische Location erfordert aufwendigen Aufbau
Bereits seit Anfang August wurde die Bühne aufgebaut. „Dafür arbeiten wir auch in Nachtschichten”, sagt Pfeffer. Logistisch gestaltet sich der Aufbau innerhalb der historischen Klosteranlage nicht immer einfach: Durch das sogenannte Eselstor passen keine LKWs, das Equipment muss von dort mit Gabelstaplern an den entsprechenden Ort befördert werden. „Manche Produktionen kommen mit drei 40-Tonnern”, sagt Pfeffer. Allein 40 Leute seien pro Produktion nur für diesen Bereich rund um Technik, Aufbau, Licht, Ton und Video zuständig.
Zum Abschluss spielt Wincent Weiss gleich zweimal (30. und 31. August). Das erste Konzert ist, ebenso wie das von Nena, Amy Macdonald und Versengold, bereits ausverkauft. Für die Zusatzshow gibt es noch Restkarten. Für alle Eltern schulpflichtiger Kinder betont Bahl: „Das Konzert startet auch am Montag um 19 Uhr, so dass alle pünktlich im Bett sind.”
Gut zu wissen
Zum Schiffenberg fährt auch in diesem Jahr wieder ein kostenloser Shuttlebus ab Philosophikum 1 und 2, allerdings kostet das Parken dort nun fünf Euro: „Die Uni kann uns die Parkplätze leider nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen”, sagt Pfeffer. „Uns geht es aber um die Convenience der Besucher.” Wer sich noch einen Parkplatz direkt am Kloster und eine perfekte Sicht auf die Bühne sichern will, kann das mit einem sogenannten VIP-Ticket (Preis: 219 Euro) tun. Es enthält außerdem einen Platz auf der Terrasse des Restaurants Schiffenberg, Zugang zu Buffet und Getränken.
Nach den heißen Wochen scheint sich das Wetter in den nächsten Tagen abzukühlen. Durch die extreme Trockenheit herrscht dennoch weiterhin eine hohe Waldbrandgefahr. „Bitte nicht aus dem Auto steigen und direkt eine Zigarette anzünden”, mahnt Pfeffer.
Am Programm fürs Jubiläumsjahr 2027 feilen die Veranstalter schon. „Bei manchen Künstlern stehen wir kurz vor Abschluss der Verhandlungen”, sagt Bahl. Jetzt feiern sie aber erstmal diesen Kultursommer.

