Künstliche Intelligenz gehört an der Technischen Hochschule Mittelhessen bereits in vielen Studiengängen und Forschungsprojekten zum Alltag. Künftig soll die Technologie aber auch stärker bei internen Abläufen und in der Verwaltung zum Einsatz kommen. Dafür hat die THM jetzt einen neuen Entwicklungsprozess gestartet.
Zum Auftakt veranstaltete das Zentrum für Qualitätsentwicklung der Hochschule einen Workshop unter dem Titel „KI in der Hochschulentwicklung: Impulse für Qualitätsentwicklung und Verwaltung“. Rund 80 Beschäftigte nahmen daran teil, ein großer Teil davon aus den verschiedenen Fachbereichen.
Universität Kassel zeigt eigene KI-Werkzeuge
Unterstützung erhielt die THM dabei von der Universität Kassel. Dort werden bereits verschiedene KI-basierte Anwendungen eingesetzt, die Beschäftigte bei Verwaltungs- und Entwicklungsaufgaben unterstützen sollen.
Vorgestellt wurden unter anderem Systeme für die Klassifizierung von Bibliotheksbeständen, für Fragen zur Exportkontrolle, für Abläufe im Promotionswesen und für Berufungsverfahren.
Besonders großes Interesse habe ein Chatbot zur Entwicklung von Studiengängen ausgelöst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich anhand von Live-Demonstrationen anschauen, wie solche Anwendungen im Hochschulalltag eingesetzt werden können.
„KI ist längst im Hochschulalltag angekommen“, erklärte Dr. Lisa-Marie Klose, Leiterin des Zentrums für Qualitätsentwicklung der THM. Deshalb gehe es zunehmend um die Frage, wie Hochschulen künftig arbeiten, lehren und forschen wollten und welche Folgen sich daraus für ihre Entwicklung ergäben.
KI bei Prüfungen bereits geregelt
Beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz hat sich die THM bereits vergleichsweise früh mit konkreten Regeln beschäftigt. Statt die Nutzung durch Studierende grundsätzlich zu untersagen, führte die Hochschule Regelungen für den Einsatz von KI bei Prüfungsleistungen ein.
Nun soll verstärkt untersucht werden, an welchen Stellen die Technologie auch Beschäftigte unterstützen könnte.
Dabei sieht die Hochschule allerdings nicht nur mögliche Arbeitserleichterungen. Eine wichtige Rolle spielten auch die Qualität der verwendeten Daten, die Zuverlässigkeit von KI-generierten Ergebnissen und insbesondere der Datenschutz.
Arbeitsgruppen suchen geeignete Anwendungen
Unter Leitung von Prof. Dr. Peter Hohmann, Vizepräsident für IT-Infrastrukturen und -Projekte, sollen nun Arbeitsgruppen für die Bereiche Forschung, Lehre und Verwaltung eingerichtet werden.
Sie sollen mögliche Einsatzgebiete für Künstliche Intelligenz innerhalb der Hochschule identifizieren und konkrete Aufgaben entwickeln. Einige davon könnten anschließend als Pilotprojekte umgesetzt werden.
Die THM erhofft sich davon nach eigenen Angaben nicht nur effizientere Arbeitsabläufe. Beschäftigte sollen gleichzeitig ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie KI funktioniert, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann und wo ihre Grenzen liegen.
Bildunterschrift:
Künstliche Intelligenz wird an der THM bereits im Studium und in der Forschung eingesetzt. Künftig sollen auch mögliche Anwendungen in Fachbereichen und Verwaltung erprobt werden. Foto: THM

