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    Das Darré-Haus Gießen soll zum Zentrum für Gesundheit werden 

    Felix WetzsteinVon Felix Wetzstein20. Juni 20264 Minuten Lesezeit
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    ebert-darre-giessen
    Eigentümer und Ex-Schuhhaus Geschäftsführer Heinz Jörg Ebert hat ein Konzeot erarbeitet, wie die Zukunft am Selterstor aussehen könnte. (Foto: Felix Wetzstein)
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    Selterstor Gießen: Eigentümer Heinz-Jörg Ebert legt ein Konzept vor, wie aus dem geschlossenen Schuhhaus ein innerstädtisches Haus der Gesundheit werden könnte. Noch ist es eine Idee. 

    GIESSEN. Das traditionsreiche Schuhhaus Darré am Selterstor hat Ende Dezember endgültig seine Türen geschlossen. Leer bleiben sollen die rund 2.400 Quadratmeter auf vier Ebenen aber nicht. Eigentümer Heinz-Jörg Ebert hat ein Konzept entwickelt, das aus dem Gebäude am Eingang des Seltersweg ein innerstädtisches Zentrum für Gesundheit, Medizin, Therapie und Prävention machen soll. „Noch ist es nur eine Idee. Das Fundament steht“, heißt es in der Präsentation, die Ebert dazu erarbeitet hat und mittlerweile an den Schaufenstern des geschlossenen Schuhhauses klebt. Der Eigentümer betont im Gespräch, dass es sich bewusst um einen Aufschlag handelt und nicht um ein fertiges Vorhaben. Er will mit dem Konzept Gespräche anstoßen und mögliche Partner an einen Tisch holen.

    Ein Haus mit zweitem Herzschlag

    Wo Generationen von Mittelhessen die Schuhe für den ersten Schultag, die Konfirmation oder den Berufsstart kauften, sieht Ebert noch eine zweite, weniger sichtbare Geschichte. Seit Jahrzehnten sind in dem Haus Gesundheitsangebote untergebracht. Ebert verweist auf den Orthopäden Dr. Peter Rosenkranz, auf Krankenkassen, die psychotherapeutische Ambulanz der Justus-Liebig-Universität, niedergelassene Psychologen und Psychotherapeuten sowie eine Physiotherapie. Auch eine Ausbildungsinstitution für angehende Pflegekräfte ist hier ansässig. An diese Tradition will das Konzept anknüpfen. Leitgedanke ist der Trend „Longevity“, also gesundes und aktives Älterwerden durch Prävention. Gemeint sei das Zusammenspiel aus Bewegung, Ernährung, Schlaf, mentaler Stärke und sozialem Wohlbefinden, so die Idee.

    Warum mitten in der Stadt

    Für Ebert ist der Standort das entscheidende Argument. Statt Medizin und Therapie an den Rand der Stadt zu verlagern, sollen sie dort sichtbar werden, wo die Menschen ohnehin sind. „Wir müssen die Multifunktion in die Innenstadt holen“, sagt er. Die neue Zweigstelle der Universitätsbibliothek in direkter Nachbarschaft sieht er als Bestätigung dieses Kurses. Dahinter steht eine Überzeugung zur Zukunft der Innenstädte. Diese würden vielfältiger und multifunktionaler, ergänzten den Einzelhandel um Wohnen, Bildung, Gastronomie, Kultur und eben Gesundheit. Davon profitiere am Ende auch der Handel über die zusätzliche Frequenz, argumentiert der Eigentümer. Nach eigenen Angaben hat Ebert verschiedene Institutionen und Fachleute eingebunden, um zu prüfen, was an dieser Stelle überhaupt machbar wäre.

    Was das Gebäude bietet

    Das Konzept verteilt sich auf 2.400 m² über das Untergeschoss, das Erdgeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss. Im Erdgeschoss stehen rund 600 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung, in den Obergeschossen jeweils zwei Bereiche von etwa 300 Quadratmetern. Ein Teil der Flächen bringt eine Deckenhöhe von 3,50 Metern und bodentiefe Fenster mit Blick über Seltersweg und Südanlage mit. Ein Vorteil sei die sogenannte Skelettbauweise. Weil es kaum tragende Innenwände gebe, lasse sich das Haus flexibel aufteilen, vom Therapieraum über Seminarräume bis zu Praxen oder Flächen für Bewegung und Entspannung. „Die ganze Infrastruktur ist schon da“, sagt Ebert. Viel mehr als möblieren und einrichten sei in weiten Teilen nicht nötig. Technisch verweist der Eigentümer auf ein eigenes Blockheizkraftwerk, das Strom erzeugt, und auf eine neue Klimaanlage, die den Kühlbedarf nach seinen Angaben halbiert. Zum Konzept gehören außerdem ein begrünter Innenhof, eine Terrasse und Balkone.

    Bilder aus dem Rechner

    Wichtig für die Einordnung: Die Visualisierungen, die das Konzept zeigen, sind keine Fotos eines fertigen Zentrums. Ebert hat sie nach eigenen Angaben selbst mit Künstlicher Intelligenz erstellt, auf Basis von Originalfotos der echten Räume. Es sei seine erste Arbeit mit KI gewesen, sagt er. Die Bilder zeigen also, wie die bestehenden Flächen aussehen könnten, nicht wie sie heute aussehen.

    Die offene Frage: Wer betreibt das Haus?

    So konkret die Räume sind, so offen ist der wichtigste Punkt. Es gibt bisher keinen Betreiber und keine festen Mieter. Eberts Vorstellung ist, dass z.B. ein erfahrener Betreiber die vier Etagen übernehmen könnte und die einzelnen Bereiche mit passenden innovativen Angeboten füllt. Denkbar wäre auch ein Modell, bei dem mehrere Träger gemeinsam etwas entwickeln und die Gemeinschaftsflächen wie Vortragsräume mit Leben füllen. Auch eine Zusammenarbeit mit Universität, Klinikum oder Krankenkassen wären ein zielführender Ansatz. Dass dafür viel Koordination nötig ist, weiß auch der Eigentümer. Ob aus der Idee ein Projekt wird, hängt nun davon ab, wie es wächst und welche Richtung das Konzept am Ende nimmt. Ebert will unter konzepte@darre.de uns Gespräch kommen und ein gesundes Projekt für die Innenstadt daraus machen.

    Interessenten können sich laut Präsentation unter info@darre.de bei Heinz-Jörg Ebert melden. 
    Die Präsentation ist abrufbar unter https://darre.de/

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    Felix Wetzstein

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