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    „Brennt“: Selbstgemachte Chilisoßen Made in Gießen

    Felix WetzsteinVon Felix Wetzstein6. Juni 20264 Minuten Lesezeit
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    Tim Bogdanavic und seine geliebten Chilisoßen. (Foto: Felix Wetzstein)
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    << Junge, brennt das! >> Seit zehn Jahren kocht er Chilisoßen – jetzt wagt er den Schritt in die Öffentlichkeit. Tim Bogdanovic hat mit „Brennt“ ein Produkt auf den Markt gebracht, das es so in der Region noch nicht gibt: handgemachte Chilisoßen aus frischen Zutaten, in fünf Schärfegraden. 

    Wer Tim Bogdanovic fragt, wie lange er schon Chilisoßen kocht, bekommt eine ehrliche Antwort: „Ich hab schon vor zehn Jahren angefangen, in erster Linie weil ich selbst Chilisoßen liebe. Ich wollte die damals schon abfüllen und auf den Markt bringen, hatte aber nicht die Eier in der Hose.“ Jetzt hat er sie. Unter dem Namen Brennt, zu finden unter jungebrenntdas.de, verkauft der Gießener seit wenigen Wochen seine Soßen online und bei einem ersten lokalen Händler. 

    Von der Idee bis zur Flasche 

    Der Weg war alles andere als geradlinig. Nach Jahren in der Gießener Gastro-Szene, einer kaputten Schulter und einem gescheiterten Geschäftsprojekt mit einem Partner, das ihn tausende von Euro kostete, zog Bogdanovic vorübergehend zurück zu seinen Eltern im Vogelsberg. Statt aufzugeben, entschied er sich: Jetzt erst recht. 

    Das Herzstück seiner Soßen ist die Qualität der Zutaten. Alle Sorten werden ausschließlich mit frischen Chilis hergestellt, von der milden Basis bis hin zur Carolina Reaper, einer der schärfsten Chilisorten der Welt. Die frischen Früchte bezieht er von einem Großhändler in der Region. „Bei meiner schärfsten Soße, da kommt schon fast ein Kratzen auf der Zunge“, sagt er über seine schärfste Variante und meint das als Kompliment. 

    Handarbeit von Anfang bis Ende 

    Die Produktion ist vollständig handgemacht. Die frischen Chilis werden je nach Sorte zunächst mit Knoblauch und Zwiebeln im Ofen gegrillt, um das Aroma zu intensivieren. Anschließend werden sie mit Bio-Apfelessig püriert, durchpassiert und mit einer Prise Zucker und Salz fertiggekocht. Dann folgt eine Ruhezeit von ein bis zwei Wochen im Kanister, damit die Säure des Essigs in den Hintergrund tritt und das Fruchtige der Chilis besser zur Geltung kommt. Danach: abfüllen, Etikett drauf, fertig. 

    Die Etiketten kommen auf Rolle und werden per Hand aufgeklebt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum klebt Bogdanovic noch selbst auf jede Flasche. „Irgendwann muss es eine Etikettiermaschine geben, die das automatisch macht, aber das ist noch Zukunftsmusik.“ 

    Haltbarkeit ist übrigens kein Problem: Durch den hohen Essiganteil sind die Soßen gut ein Jahr haltbar, bei kühler und dunkler Lagerung sogar deutlich länger. “Ein Kollege habe beim Umzug eine fünf Jahre alte Flasche im Schrank gefunden und sie noch immer einwandfrei vorgefunden”, lacht er. 

    Brennt: Fünf Schärfegrade für jeden Geschmack 

    Das aktuelle Sortiment umfasst fünf Sorten, die sich vom milden Einstieg bis zur brutalen Carolina Reaper steigern. Angefangen hatte Bogdanovic mit Thai-Chili, dann kam die Habanero, die schärferen Sorten folgten nach und nach. „Es soll auch ein bisschen brennen, aber es soll halt auch geil schmecken“, bringt er seine Philosophie auf den Punkt. Die Soßen passen zum Beispiel gut zum Grillen, auf Pizza, Burger, Reis und Gemüse. 

    Erste Schritte im lokalen Handel 

    Wer die Soßen nicht online bestellen möchte, kann sie seit Kurzem auch vor Ort kaufen: Das Sweet Vibes im Neustädter Tor in Gießen hat bereits einige Flaschen im Sortiment. Bogdanovic plant, das Netz lokaler Händler schrittweise auszubauen. Rewe-Märkte und weitere Gastronomiebetriebe in der Region hat er bereits im Blick. „Sobald ich eine kontinuierliche Produktion sicherstellen kann, kann ich anfangen, an die Märkte zu gehen und die Vermarktung weiter auszubauen.“ 

    Was noch kommt 

    Bogdanovic denkt weiter. In seiner Pipeline: Chilisalz, mehrere Barbecue-Soßen, darunter ein Bananen-Ketchup mit Ancho-Chili und Habanero sowie eine Schwarzbier-Senf-Barbecue-Soße mit Zuckerrübensirup, und langfristig vielleicht auch Chili-Schokolade. Für die größeren Produktionen braucht er allerdings noch eine geeignete Küche. Aber das ist, wie er selbst sagt, der nächste Schritt. 

    Bis dahin gilt: Wer Feuer mag, sollte auf jungebrenntdas.de vorbeischauen. Und wer nicht weiß, wo er anfangen soll, fängt einfach mit der Mildesten an. Aber Vorsicht: Es brennt. 

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    Felix Wetzstein

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