GIESSEN (fl). Vom 3. bis 23. Mai werden in Gießen wieder fleißig Radkilometer gesammelt. Zum zwölften Mal beteiligt sich die Stadt beim STADTRADELN. 21 Tage lang können alle Gießener:innen in eigenen oder bestehenden Teams mitradeln. Zwei Gießener:innen wagen die Challenge, währenddessen komplett auf das Auto zu verzichten.
Beim internationalen Wettbewerb STADTRADELN geht es darum, auf Strecken, für die man sonst das Auto nimmt, bewusst auf das Fahrrad umzusatteln. Das sei nicht nur gesund und mache Spaß, sondern ermögliche auch einen notwendigen Perspektivwechsel:
Mit sicherer Radverkehrsinfrastruktur zu mehr Radfahrer:innen
Neben dem Wettbewerb soll auch auf die Wichtigkeit einer guten und sicheren Radverkehrsinfrastruktur aufmerksam gemacht werden. Die mangelnde Verkehrssicherheit sei noch immer ein Hauptgrund, weshalb sich Menschen in Gießen gegen das Radfahren entscheiden. Wenn durch das STADTRADELN mehr Leute Fahrrad fahren, die das sonst nicht tun, sensibilisiere das für die Perspektive der Radfahrer:innen. Noch wirkungsvoller sei der langfristige Umstieg: Würden mehr Gießener:innen – gerade auf kurzen Strecken – umsatteln, werde es für alle sauberer und leiser. Zudem entstehe mehr Platz, der anders oder auch von Menschen aus dem Umland, die zwingend auf das Auto angewiesen sind, genutzt werden könne. „Viele Wege sind kürzer als fünf Kilometer und damit ideal fürs Fahrrad. Wer umsattelt, spart nicht nur Geld, sondern schont auch unsere Umwelt und trägt zu mehr Lebensqualität in der Stadt bei“, ergänzte Wright.
Um die Radverkehrsinfrastruktur entsprechend zu verbessern, hat die Stadt auch in diesem Jahr mehrere Maßnahmen geplant. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählte Wright neue Radwege in der Rödgener Straße und dem Wiesecker Weg, eine vierte Querung am Oswaldsgarten sowie die Ausweitung von Tempo 30. Eine Teilnahme beim STADTRADELN könne zudem helfen, diese Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln:
Im zwölften Jahr STADTRADELN lasse sich schon feststellen, dass das Radfahren bereits viele Menschen in Gießen verbinde. Die von der Stadt eingerichteten Zählstellen zeigten, dass das Fahrrad in Gießen schon jetzt sehr aktiv als Alltags-Verkehrsmittel genutzt werde. Wer sich anmelden möchte, kann das ab sofort unter www.stadtradeln.de/giessen/ tun.
Zwei Gießener:innen müssen komplett aufs Auto verzichten
Während reguläre STADTRADLER:INNEN sich dabei selbst aussuchen können, wie oft und intensiv sie sich in den drei Wochen aufs Fahrrad setzen, stellen sich die beiden STADTRADELN-Stars einer besonderen Challenge. Simone Deeg und Gregor Brechmann haben sich dazu verpflichtet, 21 Tage komplett aufs Auto zu verzichten – auch als Beifahrer:innen. Bus und Bahn nutzen ist erlaubt. Ziel bleibt es aber, hauptsächlich das Fahrrad zu nutzen: „Die Stars sollen zeigen, was alles mit dem Fahrrad möglich ist. Das soll uns allen Mut machen, selbst mehr Alltagswege mit dem Fahrrad auszuprobieren“, so die STADTRADELN-Koordinatorin Katja Bürckstümmer.
Umweltwissenschafts-Studentin Simone Deeg liegen die Themen Umwelt, Klima und Feinstaubbelastung besonders am Herzen. Schon jetzt falle ihr die mangelnde Verkehrssicherheit als Radfahrerin auf. Auf dem Arbeitsweg werde sie oft zu eng überholt. Mit ihrer Teilnahme möchte sie die Radfahrer:innen-Perspektive in der Verkehrswende weiter stärken:
Die Challenge treibt auch Gregor Brechmann an. Der Bauingenieursstudent pendelt täglich von Münchholzhausen an die Uni und zur Kletterhalle, wo er arbeitet, nach Gießen.
Für beide STADTRADELN-Stars bringt das Engagement einige Veränderungen in ihrem Alltag mit sich:
Ihre Erfahrungen werden beide STADTRADELN-Stars in einem Blog auf stadtradeln.de teilen.
Rahmenprogramm ergänzt das STADTRADELN
Wie jedes Jahr wird das STADTRADELN von einem Rahmenprogramm begleitet. Den Auftakt macht der FahrRad!-Tag am Sonntag, 3. Mai, auf dem Brandplatz. Er findet gemeinsam mit der Veranstaltung „Sport in der City“ und einem verkaufsoffenen Sonntag statt. Vor Ort wird es verschiedene Stände, Aktionen und Mitmachangebote geben – unter anderem eine kostenfreie mobile Fahrradwaschanlage, kostenlose Fahrradchecks und -codierungen sowie ein Fahrradgeschicklichkeitstest. Die Fundradversteigerungen, ein Highlight der letzten Jahre, finden um 14:15 Uhr und 16:15 Uhr statt. Auch die STADTRADELN-Stars stellen sich vor.
Im gesamten Zeitraum wird das Sachgebiet Prävention und Kommunikation (Prävko) des Ordnungsamtes besonders aktiv sein. Das Prävko-Team setzt verstärkt auf Fahrradstreifen und Infostände zum Thema sicheres Radfahren und den korrekten Überholabstand von 1,5 Metern. Zusätzlich werden zwei E-Pedelec-Kurse für Senior:innen und eine Fahrradcodierungsaktion am Rathaus angeboten.
Der ADFC und ALLrad organisieren diverse Fahrradtouren. Landkreise-übergreifend wird es am 9. Mai wieder eine Sternradtour geben. Am 21. Mai wird es eine Feierabendradtour mit Bürgermeister Wright geben.
Den Abschluss bildet eine Veranstaltung mit Tombola Mitte Juni, bei der die aktivsten Teams in mehreren Kategorien ausgezeichnet werden. Die engagiertesten Kommunen können sogar eine internationale Auszeichnung und Preise rund ums Thema Fahrrad gewinnen.


