GIESSEN (fl). Nach der erfolgreichen Premiere 2024 geht es am 16. Mai für die Gießener Kulturnacht in die zweite Runde: Mit über 200 Veranstaltungen an 63 Orten in der ganzen Stadt. Am vergangenen Freitag wurde das Programm vorgestellt.
Dass die Gießener Kulturnacht eine zweite Auflage bekommen wird, steht schon seit einiger Zeit fest: Positive Rückmeldungen und weit mehr als die erwarteten 5000 Besucher:innen bei der Premiere sprechen für sich. Im zweiten Anlauf habe sich wieder gezeigt, dass sich hier ein großartiges Kulturformat entwickele, so Oberbürgerbürgermeister Frank-Tilo Becher.
Noch vielfältigere Veranstaltungen, mehr Orte
In diesem Jahr wird es nun ausgeweitet. Über 200 vielfältige Kulturveranstaltungen werden angeboten. Dazu zählen Ausstellungen, Lesungen, (Stadt-)Führungen, Konzerte, Partys, Theater, Filme oder Workshop- und Mitmachangebote. „Mit dem Programm der Kulturnacht zeigt die Gießener Kulturszene eindrucksvoll, wie vielseitig, experimentierfreudig und zugänglich Kultur in unserer Stadt gelebt wird.“, so Becher weiter.
Niedrigschwelligkeit und Angebotsvielfalt bleiben auch bei der zweiten Gießener Kulturnacht zentral. So bleibt der Eintrittspreis frei wählbar. Offiziell empfielt die Stadt zwar 10,00 € pro Person. Je nach eigener finanzieller Situation, kann man aber auch weniger oder freiwillig mehr zahlen. Ziel ist eine Kulturnacht, die für alle zugänglich ist. Durch einen früheren Beginn und entsprechende Veranstaltungen sollen zudem verstärkt Familien und Kinder angesprochen werden. So startet die Kulturnacht dieses Mal – schon drei Stunden früher – um 14 Uhr.
Neben einem breiteren Veranstaltungsangebot gibt es auch neue Veranstaltungsorte zu entdecken, die die stellvertretende Kulturamtsleiterin Stephanie Jackson vorstellte. Von 50 auf 63 konnten diese erweitert werden. Zu etablierten Kultureinrichtungen kommen u.a. der Blumen Corso, das Jugend- und Kulturzentrum JOKUS, der Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager, das Einkaufszentrum „Neustädter“ und das ehemalige Weincontor neu hinzu. Auf einen persönlichen Favoriten wollte sich Jackson nicht festlegen:
Ein interaktiver Kalender hilft bei der Planung
Um die Auswahl zu erleichtern, gibt es in diesem Jahr einen interaktiven Online-Veranstaltungskalender. Er lässt sich nach Orten, Uhrzeiten, Kategorien und Barrierefreiheit filtern. Außerdem können sich Besucher:innen damit – auch zufallsbasiert – ihr ganz persönliches Kulturnachts-Programm zusammenstellen. Eine Funktion, die auch Oberbürgermeister Becher nutzen will:
„Herz“ der Gießener Kulturnacht soll wieder die Kongresshalle werden. Hier entsteht ein Festivalzentrum mit einem vielfältigen Programm aus Konzerten, Ausstellungen, Workshops, Mitmachaktionen, Performances und einer Party bis spät in die Nacht. Zudem wird es einen zentralen Infopoint und ein gastronomisches Angebot vor Ort geben.
Neu in diesem Jahr ist eine Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM): Studierende des Bachelorstudiengangs „Eventmanagement und -technik“ unterstützen den technischen Ablauf und übernehmen logistische Aufgaben.
„Künstlerpool“ und kostenloser Zugang zu Nahverkehr & Nextbike
Auch organisatorisch hat sich die Gießener Kulturnacht weiterentwickelt. So bemühte sich das Kulturamt besonders, Künstler:innen ohne eigenen Veranstaltungsort Auftrittsmöglichkeiten zu vermitteln. Dafür konnten diese sich über einen „Künstlerpool“ melden. Die meisten eingetragenen lokalen Künstler:innen konnten so mit Veranstaltungsorten zusammengebracht werden.
Damit alle Veranstaltungsorte schnell und unkompliziert erreichbar sind, ist der öffentliche Nahverkehr in der Stadt ganztägig komplett kostenlos. Wo sinnvoll und notwendig werden die Takte der Stadtbus-Linien verdichtet. Zur Automeile und Margaretenhütte wird eine Sonderlinie eingerichtet. Ergänzend dazu können auch alle Nicht-Gießener:innen für 20 Minuten je Ausleihe kostenlos Nextbike fahren. Wie man die einzelnen Orte am besten erreicht, zeigen der Veranstaltungskalender und eine digitale Karte.
Vorverkauf schon gestartet
Festivalbändchen sind ab sofort im Haus der Karten (Kreuzplatz 6), im Stadtbüro im Rathaus (Berliner Platz 1), im „Punkt und Strich“ (Kirchenplatz 4) und in der Tourist-Information (Schulstraße 4) erhältlich. Damit können Besucher:innen alle Veranstaltungen der Gießener Kulturnacht besuchen. Auch über den Ticketshop des Stadttheaters Tickets kann man Online-Tickets buchen, die vor dem ersten Veranstaltungsbesuch in ein Festivalbändchen umgetauscht werden müssen. Wer sich ganz kurzfristig entscheiden will, kann auch noch am Veranstaltungstag an ausgewählten Orten ein Festivalbändchen erwerben. Der Eintrittspreis für die Gießener Kulturnacht ist, wie oben genannt, frei wählbar. Zusätzlich zu den Festivalbändchen gibt an den vier Verkaufsstandorten in der Standort auch ein gedrucktes Programmheft für 2,50 € zu kaufen.
Bei der ersten Kulturnacht ist das solidarische Finanzierungskonzept aufgegangen, so Oberbürgermeister Becher. Die Stadt kalkuliert dieses Mal mit 80.000 € Einnahmen aus dem Verkauf der Festivalbändchen. Der Rest der 146.000 € Gesamtkosten wird aus dem Haushalt finanziert. Weitere 26.000 € steuerten bereits die Sponsorinnen und Sponsoren der Gießener Kulturnacht bei. Dazu zählen REVIKON, GIES Dienstleistungen GmbH, die Stadtwerke Gießen, die LBI Holding, Distama, flashlight Veranstaltungstechnik, Der Gastropate Catering & Partyservice, ROTH Energie, die Volksbank Mittelhessen, Werth Messtechnik, Tucker, die Bitburger Braugruppe, KINOPOLIS Gießen und die Werbeagentur Herr Lich. Becher bedankte sich bei den anwesenden Vertreter:innen.

