LANDKREIS GIESSEN (PM). Seit 2023 verbindet den Landkreis Gießen eine Partnerschaft mit der Region Tschernihiw in der Ukraine. Nun war eine Delegation aus der Region zu Gast, teilt der Kreis mit. Höhepunkt war ein selbst gedrehtes Video mit dem Titel „Partnerschaft, die wirkt“. Es zeigt, wo die Hilfe aus dem Kreis ankommt: von Feuerwehrautos und Rettungswagen über Bagger bis zu Paketen mit Notstrom für den Winter.
Tetiana Kuznetsova-Molodchaya leitet den Bezirksrat und hat damit eine ähnliche Rolle wie eine Landrätin. Im Film beschreibt sie die Beziehung so: „Von einem geschäftlichen Händedruck zu herzlichen Umarmungen mit Tränen in den Augen.“ In der Ukraine gebe es vielleicht rund zehn solcher Partnerschaften zwischen Kreisen.
Partnerschaft mit Tschernihiw soll „nachhaltig gelebt“ werden
Landrätin Anita Schneider und Kreistagsvorsitzender Claus Spandau begrüßten die Gäste. „Als wir die Solidaritätspartnerschaft eingegangen sind, war es uns wichtig, dass diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern auch nachhaltig gelebt wird“, sagte Schneider. Die Hilfe solle den Menschen in der Ukraine Hoffnung geben. Spandau dankte zudem den Teams in der Kreisverwaltung für ihren Einsatz in der Partnerschaft mit Tschernihiw. Der Kreistag stehe ganz überwiegend an der Seite der Ukraine.
Zuvor nahm die Delegation in Berlin an der Deutsch-Ukrainischen Kommunalen Partnerschaftskonferenz teil. Dabei waren auch Ronja Grimmer, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, und Udo Liebich, Büroleiter der Landrätin. Außerdem besuchten die Gäste den Bundestag.
Gallusmarkt, DRK und Biogasanlage
Im Kreis selbst bot der Besuch viel Gelegenheit, die Partnerschaft mit Tschernihiw zu vertiefen. So trafen die Gäste auf dem Grünberger Gallusmarkt Ausländerbeiräte und ukrainische Vereine. Zudem tauschten sie sich mit dem DRK-Kreisverband Marburg-Gießen über Ausbildung und Ehrenamt aus. Auch mit der Kinderbetreuung und der Volkshochschule des Kreises gab es Termine. Daneben schauten sie sich eine Biogasanlage in Fronhausen und die Gross GmbH in Wettenberg. Geschäftsführer Michael Gross spendete dort zwei Dieselgeneratoren.
Mit zwei neuen Bussen zurück in die Ukraine
Für die Heimreise warb der Kreis Fördergeld über ein Programm des Bundesentwicklungsministeriums ein. So konnte er zwei Busse zu 95 Prozent aus Fördergeld bezahlen. Sie wurden behindertengerecht umgebaut und mit Ausrüstung der Feuerwehr Rabenau beladen. Bereits zuvor hatte der Kreis im Rahmen der Partnerschaft mit Tschernihiw fünf Tanklöschfahrzeuge und fünf Baggerlader übergeben. Mit den neuen Bussen trat die Delegation schließlich die Heimfahrt an.
Ihren Film haben die Gäste dem Kreis als Geschenk überlassen. Er ist auf dem YouTube-Kanal des Landkreises zu sehen. Weitere Nachrichten aus dem Kreis lesen Sie in unserer Rubrik Kreis.

