Die Giessen 46ers haben gegen die RheinStars Köln einen bitteren Abend erlebt. Nach einer zwischenzeitlichen 16-Punkte-Führung verloren die Mittelhessen in der Sporthalle Ost mit 76:78. In einer dramatischen Schlussphase hatten die Gastgeber den Ausgleich in der Hand, doch der letzte Korbleger von Zach Cooks rollte wieder aus dem Ring.
Nach der Niederlage in Crailsheim wollten die 46ers vor eigenem Publikum zurück in die Erfolgsspur. Auch gegen Köln war etwas gutzumachen: Beide Duelle der vergangenen Saison waren an die RheinStars gegangen.
Giessen hellwach: Norl trifft mit der Halbzeitsirene
Die Gastgeber starteten mit aufmerksamer Defensive, frühen Ballgewinnen und guter Reboundarbeit. Nach vier Minuten führte Giessen mit 10:4, ehe Robin Benzing die Osthalle mit einem Dreier zum 13:4 erstmals zum Kochen brachte. Anschließend wurde es hektischer. Köln verkürzte durch einen Dreier von Björn Rohwer auf 15:12, doch Luis Figge antwortete mit zwei Treffern, darunter ein eleganter Floater. Mit 19:12 ging das erste Viertel an die 46ers.
Auch im zweiten Abschnitt setzte Figge mit einem Dreier aus der Ecke Akzente. Köln blieb zunächst dran und verkürzte per Dunking auf 28:23. Nach einer Giessener Auszeit zogen die Gastgeber jedoch davon. Cooks ließ seinen Gegenspieler per Crossover stehen und vollendete zum 35:23. Danach übernahm Kovacevic: Erst setzte er sich unter dem Brett durch, anschließend ließ er einem Ballgewinn einen sehenswerten Eurostep zum 41:25 folgen.
Die Osthalle tobte, „Steht auf, wenn ihr Giessener seid“-Rufe hallten durch die Ränge. Köln kam vor der Pause noch einmal auf zehn Punkte heran, doch Daniel Norl setzte den Schlusspunkt: Sein Dreier mit der Sirene sorgte für die 44:31-Halbzeitführung.
Ballverluste bringen Köln zurück
Nach dem Seitenwechsel glänzte Cooks zunächst mit einem starken Block und einem Dreier zum 51:36. Danach geriet der Giessener Angriff zunehmend ins Stocken. Ballverluste häuften sich, Köln wirkte wacher und arbeitete sich zurück in die Partie.
Ein schwieriger Dreier von Kovacevic aus der Ecke zum 54:45 verschaffte kurzzeitig Luft. Die Sicherheit der ersten Hälfte fanden die 46ers aber nicht wieder. In einer zerfahrenen Phase fehlten klare Abschlüsse, während die Gäste den Abstand weiter verkürzten. Vor dem Schlussviertel stand es nur noch 58:52.
Crunchtime in der Osthalle, aber sowas von
Zunächst schien Giessen wieder die Kontrolle zu gewinnen. Figge traf per Korbleger, anschließend eroberte Cooks den Ball und legte ihn zum 66:57 hoch übers Brett ins Netz. Doch zwei Dreier von Russell brachten Köln unmittelbar zurück. Nach weiteren Giessener Fehlern sorgte Rohwer beim 66:67 für die erste Führung der Gäste.
Til Gloger antwortete aus der Mitteldistanz, doch Köln übernahm erneut und setzte sich ab. Als Russell kurz vor Ablauf der Angriffszeit zum 72:78 traf, blieben nur noch 93 Sekunden. Benzing verkürzte auf 74:78, ließ später aber einen wichtigen Dreier liegen. Kovacevic brachte die 46ers schließlich am Brett auf 76:78 heran. Noch 25,6 Sekunden, die Halle stand: Crunchtime in der Osthalle, aber sowas von.
Und Giessen bekam seine Chance. Kovacevic setzte Rohwer so stark unter Druck, dass der Kölner einen Schrittfehler beging. Die 46ers hatten den letzten Angriff und damit die Möglichkeit zum Ausgleich oder sogar zum Sieg. Cooks zog zum Korb und brachte den Ball Richtung Ring, doch sein Korbleger rollte wieder heraus. Die Uhr lief ab. Nach großem Vorsprung und dramatischem Finale standen die Giessener mit einer bitteren 76:78-Niederlage da.

