Drei Tornado-Jets im Tiefflug über Gießen: Bundeswehr bestätigt Trainingsflug
Am Freitag, den 24. Juli 2026, sind gegen Mittag mehrere Tornado-Kampfjets über Gießen geflogen. Gießen Aktuell hat deshalb bei der Pressestelle des Luftfahrtamts der Bundeswehr nachgefragt, was es mit dem Überflug auf sich hatte. Zwischen 11 und 11:30 Uhr seien drei Tornados des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 aus Büchel im Rahmen eines regulären, täglichen Trainingsflugs unterwegs gewesen, sagte uns ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr.
Tiefflug mit rund 850 km/h
Laut Radardaten flogen die Maschinen im Bereich Gießen zeitweise in einer Höhe von 1.889 Fuß über Grund, umgerechnet etwa 576 Meter, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 460 Knoten, umgerechnet rund 852 Stundenkilometer. Der Flug sei unter Einhaltung der geltenden flugbetrieblichen Bestimmungen durchgeführt worden, teilte uns der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr mit. Zur Einordnung: Für Kampfflugzeuge gilt generell eine Mindesthöhe von 500 Fuß, etwa 150 Metern, über Grund. Über Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern liegt sie bei 2.000 Fuß, etwa 600 Metern. Gießen zählt mit rund 90.000 Einwohnern nicht dazu, die Tornados flogen aber ohnehin deutlich höher als beide Grenzwerte.
Warum es keine feste Flugroute gibt
Auf unsere Frage, warum die Route über Gießen führte, erklärte uns der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr: Militärischer Flugbetrieb sei grundsätzlich im gesamten deutschen Luftraum zulässig und nicht an feste Strecken gebunden, damit sich die Flugbewegungen möglichst gleichmäßig verteilen. Welche Strecke im Einzelfall geflogen wird, entscheiden die fliegenden Verbände selbst, abhängig von Wetter sowie der Verfügbarkeit von Personal und Material. Eine belastbare Aussage zur Häufigkeit oder Planung solcher Flüge über Gießen und Mittelhessen könne das Luftfahrtamt daher nicht treffen.
Beschwerden bislang nicht bekannt
Zum Zeitpunkt unserer Anfrage lagen dem Luftfahrtamt keine Beschwerden aus der Bevölkerung zu dem Überflug vor, sagte uns der Sprecher. Wer eigene Beobachtungen zu militärischem Flugbetrieb melden möchte, kann sich an das Bürgertelefon der Bundeswehr wenden.
Reale Übungsflüge bleiben nötig
Zu möglichen weiteren Flügen über der Region in den kommenden Wochen wollte sich das Luftfahrtamt auf unsere Anfrage nicht festlegen. Man versuche, Übungen in einem ausgewogenen Verhältnis aus niedrigeren und höheren Flugbändern zu planen, um die Lärmbelastung gering zu halten, diese Bemühungen fänden aber dort ihre Grenze, wo die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte beeinträchtigt würde. „Wir können Ihnen versichern, dass die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger, die mit militärischem Flugbetrieb einhergehen, allen Verantwortlichen bewusst sind“, sagte uns der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. Ein Teil der fliegerischen Ausbildung finde bereits in Simulatoren statt, reale Übungseinsätze blieben laut Luftfahrtamt aber für die Landes- und Bündnisverteidigung unverzichtbar.

